Bisher hatten wir vielleicht 2 bis 3 mal pro Woche etwas vegetarisches gekocht. In der Kantine greife ich sowieso häufiger zum vegetarischen Angebot als zu Fleisch.
Ob das dem Klima hilft? Das hatte ich bisher eher gering eingeschätzt. Und die Freunde der Hafermilch eher belächelt.
Das änderte sich, als ich das Buch “Energierevolution” von Volker und Cornelia Quaschning gelesen hatte. »Die Nahrungsmittelproduktion hat einen Anteil von 20 bis 30 Prozent am von Deutschland verursachten Treibhauseffekt. Das ist etwa doppelt so viel, wie der PKW-Verkehr verursacht.«
Wow, und da drin steckt nicht nur das Rind, das Methan ausstößt, sondern auch das gesamte Futter seiner Lebenszeit, für das in Brasilien Urwald gerodet und Soja angebaut und dieses hierher transportiert wird. “Für ein Kilo Rindersteak entstehen über hundertmal mehr Treibhausgasemissionen als für ein Kilo Kartoffeln.”
Also essen wir deutlich seltener Steak. Aber auch Hähnchen haben wir angeschaut, die deutlich weniger CO2 pro Kg brauchen. Wenn mein Mann Hähnchenschenkel aus dem Bioladen grillt, ist das köstlich. Aber Gerichte mit Hähnchenbrust könnten wir vielleicht durch etwas veganes ersetzen?
Zufällig aßen wir bei einem mexikanischen Restaurant Enchiladas und Burritos mit einer veganen Füllung aus Jackfruit, die köstlich war. Und beim nächsten Besuch im dm-Laden war ein Sondertisch mit Jackfruit in Dosen aufgebaut. Wir nahmen welche mit und begannen zu experimentieren. Es lässt sich wirklich leckeres Essen damit zubereiten. Natürlich sind die Jackfruits transportiert worden, sogar von Sri Lanka, aber sie wachsen einfach am Baum. Die unreifen Früchte müssen ein paar Mal ausgedünnt werden, damit einige wenige genug Platz haben zum Reifen.

Seitdem probieren wir viel aus, was als veganes Fleisch angeboten wird. Es gibt auch bei dm “Davert Veggie Chunks aus Erbsen & Ackerbohnen”. Wenn man die wie angegeben einweichen und dann kurz mit ein paar Gewürzen ziehen lässt, schmecken die auch nach dem Braten wie Hähnchenbrust.
Na ja, ich muss gestehen, dass mir Hafermilch im Cappuccino immer noch nicht schmeckt. Vielleicht findet sich mit der Zeit noch was passendes. Aber es kommt ja nicht darauf an, dass jeder einzelne seinen eigenen CO2-Fußabdruck auf Null reduziert hat, bevor wir entschiedenes Handeln von Politik und Industrie erwarten. Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus: wir machen das, was in den gegenwärtigen Rahmenbedingungen funktioniert. Und machen Druck, damit es auch im Großen weiter geht.

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